Textile Bodenbeläge

Textile Bodenbeläge

Welche Vor- und Nachteile haben sie?

Welche Vor- und Nachteile haben sie?

Unterteilung in textile und nicht textile Bodenbeläge.

In der Fußbodentechnik gibt es eine Unterteilung in textile und nicht textile Bodenbeläge. Die Textilbeläge gliedern sich wiederum in vollflächig verlegte Varianten (Spannteppiche und Teppichböden) sowie in teilflächig angewendete Varianten (Teppiche und Läufer). Außerdem wenden die Fachleute für Fußbodentechnik und Innendesigner eine Spezifikation nach der Verarbeitungsart und dem genutzten Material an. Daraus entstanden die Begriffe Bondingteppich, Nadelvliesteppich, Tuftingteppich sowie Webteppich und Wirkteppich.

Welche Materialien dominieren den Markt für textile Bodenbeläge?
Wer textile Bodenbeläge haben möchte, kann sich zwischen Naturmaterialien und Kunstfasern entscheiden. Die bedeutendsten Pflanzenfasern in der Teppichherstellung sind Baumwolle, Flachs, Hanf und Jute sowie Fasern der Kokos- und Sisalpflanzen. Zu den Teppichfasern tierischer Herkunft gehören Haare, Seide und Wolle. Bei den Kunstfasern für Teppichböden spielen Polyacryl, Polyamid sowie Polyester und Polypropylen die größte Rolle. Hinzu kommen Viskose und Zellwolle als gern gewähltes Material für Läufer, Teppiche und Teppichböden. Messeteppiche bestehen in der Regel entweder aus Kunstfasern oder Filz, weil hier besondere Anforderungen an die Rutschsicherheit und die schwere Entflammbarkeit (DIN 4102) gestellt werden müssen.

Welche Anforderungen sollten Teppichböden grundsätzlich erfüllen?
Mit Blick auf den Brandschutz sind durchweg nur Varianten zu empfehlen, die schwer entflammbar sind. An dieser Stelle bieten die Kunstfasern entscheidende Vorteile gegenüber den Materialien tierischer oder pflanzlicher Herkunft. Aber auch diese Fasern können durch die Behandlung mit speziellen Chemikalien vor einer schnellen Entflammbarkeit geschützt werden. Zu Gunsten einer einfachen Pflege und Reinigung sollten Läufer und Teppichböden möglichst schmutzabweisend sein und bei Bedarf eine Behandlung mit einem Schaumreiniger plus Bürste oder einem Dampfreiniger vertragen.

Textile Bodenbeläge: Wie sieht es beim Trittschall und beim Thermoschutz aus?

Eine trittschallhemmende Wirkung bringen alle Teppichböden und Läufer mit. Wie stark sie ausfällt, hängt von der Stärke und der Florhöhe ab. Je dicker ein Spannteppich oder ein Teppichboden und je größer seine Florhöhe (Schlingenlänge) sind, desto besser fallen die Werte beim thermischen Schutz und bei der Trittschallhemmung aus. Hinzu kommt die Gestaltung der Unterseite. Eine Unterfütterung mit Schaumstoffen verstärkt die Trittschallhemmung und die Werte der thermischen Isolierung. Kunstrasen hat hier eine Sonderstellung, die sich aus dem Kunststoffgitter für die Wasserableitung und die großen Abstände zwischen den einzelnen Fasern ergibt. Damit lässt sich in kein hochwertiger Thermoschutz erzielen. Ein solcher ist bei der Nutzung als Balkonbodenbelag oder Terrassenbodenbelag auch in der Regel nicht notwendig.

Welche Herstellungsverfahren für textile Bodenbeläge gibt es?
Die vier wichtigsten Herstellungsverfahren für Teppichböden, Spannteppiche und Läufer sind das Kleben, das Tufting sowie das Weben und Wirken. Bei Webteppichen werden lange Fasern in Längs- und Querrichtung miteinander verflochten. Sie sind teurer als die anderen Varianten, überzeugen aber auch durch eine deutlich bessere Strapazierfähigkeit und Langlebigkeit. Beim Kleben werden viele Fasern auf eine Trägerschicht aufgebracht. Dabei entscheidet die Länge der Fasern über die Florhöhe. Bei Teppichböden mit geklebten Fasern ist der eingesetzte Leim ein Schwachpunkt. Seine Qualität wirkt sich entscheidend auf die Lebensdauer der Teppichböden aus.

Was unterscheiden Tufting-Teppichböden von Wirkteppichen?

Die Verfahren Tufting und Wirken weisen mit der Nutzung einer Trägerschicht (in der Fachsprache der Fußbodentechnik Erstrücken genannt) große Ähnlichkeiten auf, doch es gibt auch einen Unterschied. Beim Wirken entstehen Maschen, die später als Faserschlingen der Teppichböden erkennbar bleiben. Beim Tufting bilden die Fasern Gruppen, die später maschinell auf die geplante Höhe zurückgeschnitten werden. Das heißt, hier sind am Ende keine Schlingen erkennbar. Allerdings gibt es auch ungeschnittene Varianten. Sie sind im Fachhandel unter der Bezeichnung „Loopware“ erhältlich. Die Qualität der Wirkteppiche und Tufting-Teppichböden hängt von der Anzahl der Schlingen und Fasern ab (Stichdichte). Diese Kenngröße wird als Polnoppenzahl angegeben. Sie weist aus, wie viele Schlingen und Fasern pro Quadratmeter eingearbeitet wurden. Je höher die Polnoppenzahl ist, desto besser fällt die Qualität der Läufer und Teppichböden aus.

Verlegeformen für textile Fußbodenbeläge: Was ist wissenswert?
Fachleute für Fußbodentechnik unterscheiden die Loseverlegung, die Klebe- und Spannverlegung sowie die Klettverlegung. Bei Auslegeware kommt die Spannverlegung zum Einsatz. Dabei werden die Kanten entlang der Wände mit einer Sockelleiste (im Volksmund Kehrleiste genannt) gesichert. Bei dünneren Varianten setzt sich die vollflächige Verklebung immer mehr durch. Sie wird auch bei der Verlegung von Teppichfliesen angewendet. Die Loseverlegung erfolgt bei kleinflächigen Teppichen und Läufern, die umlaufend gekettelt sind oder eine Bandumrandung aufweisen. Läufer werden in der Regel mit selbstklebenden Klettbändern oder doppelseitigem Klebeband fixiert. Sind Türschwellen vorhanden, werden dort die Teppichkanten mit Winkelschienen vor einem Verrutschen gesichert.

Textile Bodenbeläge & Fußbodenheizung: Geht das?

Nicht jeder textile Bodenbelag ist für die Kombination mit einer Fußbodenheizung geeignet. Grundsätzlich kommen dafür nur Varianten in Frage, die einen sehr niedrigen Wert bei der Wärmedurchgangshemmung aufweisen. Die meisten Hersteller von Teppichböden empfehlen den Einsatz nur dort, wo die maximale Temperatur der Fußbodenheizung einen Grenzwert von 29 Grad Celsius nicht überschreitet. Außerdem darf es durch die Erwärmung nicht dazu kommen, dass textile Böden für die Gesundheit der Nutzer/-innen potenziell gefährliche Schadstoffe an die Raumluft abgeben. Das ist auch dann zu beachten, wenn die Räume mit punktuell eingesetzten Teppichen und Läufern versehen werden sollen. Von der Verwendung der Spannteppiche in Kombination mit einer Fußbodenheizung raten Fachleute mit Hinweis auf mögliche Lufteinschlüsse sowie die Folgen der physikalischen Spannungsverhältnisse der regelmäßigen Erwärmung und Abkühlung grundsätzlich ab. Bei der Vollverklebung sollten zugunsten einer höheren effizient der Fußbodenheizung nur Spezialkleber zum Einsatz kommen.
Sie sind unsicher bei der Frage, ob und wie sich textile Bodenbeläge für den von Ihnen beabsichtigten Einsatzbereich eignen? – Lassen Sie sich von unseren Fachleuten vor einem Kauf gründlich beraten!