Fliesen + Keramik

Fliesen + Keramik

Was bieten diese Arten von Fußböden?

Was bieten diese Arten von Fußböden?

Fliesen & Keramik

Die Geschichte der Keramik und der Fliesen als ein Teilbereich der Fußbodentechnik reicht bis ins Römische Reich zurück. Bereits vor Beginn der Christlichen Zeitrechnung erkannte man dort, dass sich flache Platten aus gebranntem Ton nicht nur zur Nutzung als Wandverkleidungen eignen, sondern die Tonkacheln auch für den Aufbau von Fußböden zum Einsatz kommen können. Von da aus breiteten sie sich nach Mittel- und Westeuropa aus. Ein Nachweis für die Verwendung von Keramikfliesen aus der Herstellung außerhalb des Römischen Reichs liegt für Deutschland erst für das zehnte Jahrhundert nach Beginn der Christlichen Zeitrechnung vor. Einen ersten Boom erlebten die Keramikfliesen mit der Verbreitung der aus Frankreich, Italien und Spanien stammenden Fayencefliesen im Mittelalter.

Aus welchen Keramikarten werden Fliesen für den Fußboden hergestellt?
Die Norm EN 14411 differenziert die keramischen Fliesen in Steingut-Fliesen, Steinzeug-Fliesen und Feinsteinzeug. Die wichtigsten Unterschiede bestehen bei der Brenntemperatur sowie beim Wasseraufnahmevermögen. Feinsteinzeug schneidet beim Wasseraufnahmevermögen mit 0,5 Prozent am besten ab. Es wird genau wie Steinzeug bei Temperaturen von bis zu 1.300 Grad Celsius gebrannt. Das Wasseraufnahmevermögen von Steinzeug beträgt nach den Vorgaben der Norm EN 14411 maximal 3 Prozent. Deshalb sind beide Keramikarten für Fliesen für die Verwendung als Fußbodenbelag prädestiniert. Steingut-Fliesen werden in einem Temperaturbereich zwischen 950 und 1.150 Grad Celsius gebrannt und weisen ein Wasseraufnahmevermögen von 10 Prozent und mehr aus. Deshalb werden sie für Nassbereiche lediglich in glasierten Formen als Wandbelag empfohlen. Für einen Einsatz im Außenbereich eignen sich Steingut-Fliesen aufgrund ihrer fehlenden Frostbeständigkeit nicht.

Welche Besonderheiten weist Betonsteinwerk als Bodenbelag auf?

Eine weitere Alternative stellt die Fußbodentechnik mit Betonsteinwerk zur Verfügung. Dabei handelt es sich um einschichtig oder mehrschichtig in Formen gegossene Platten. Das Aussehen von Betonsteinwerk als Bodenbelag kann über die Beimischung von Farbpigmenten und anderen Zusatzstoffen (Kies, Mineralien) verändert werden. Maßgeblich dafür sind die Normen DIN 18333 sowie DIN 1164. Die oben liegenden Nutzflächen von Betonsteinwerk bekommen durch verschiedene Schlifftechniken eine glatte oder angeraute Struktur. Eine Ausführung als antistatisch wirkende Varianten ist möglich. Geschliffenes Betonsteinwerk ist extrem beanspruchbar und kommt deshalb bevorzugt als Bodenbelag in Eingangsbereichen sowie beispielsweise als Fußboden von Messehallen oder Veranstaltungsräumen zum Einsatz.

Abriebklasse bei der Auswahl der Fußbodenfliesen unbedingt beachten!
Die Einstufung der Abriebfestigkeit von Fliesen für den Fußboden wurde in der Norm DIN EN ISO 10545-7 definiert. Für Bäder, Wohnzimmer und Schlafzimmer reichen die Abriebklassen 1 und 2. Für Flure in Wohnungen empfehlen Fachleute für Fußbodentechnik bereits die Abriebklasse 3. Gewerbliche Bereiche wie Verkaufsräume und Büros sowie Schulen und Krankenhäuser sollten Bodenfliesen erhalten, die mindestens die Anforderungen an die Abriebklasse 4 erfüllen. Varianten mit der Abriebklasse 5 empfehlen Fachleute und die Norm DIN EN ISO 10545-7 für gastronomische Einrichtungen, Sportstätten und als Fußbodenfliesen für Veranstaltungsräume.

Was ist beim Kauf der Bodenfliesen aus Keramik noch zu bedenken?
Ein sehr wichtiges Auswahlkriterium ist die Rutschsicherheit. Die entsprechenden Normvorgaben finden sich in der DIN 51130 sowie in der DIN 51097 (regelt spezielle Anforderungen an Nassbereiche). In gewerblich genutzten Räumen sowie öffentlich zugänglichen Räumen müssen zusätzlich die Vorgaben der gesetzlichen Unfallversicherung (GUV 26.17) beachtet werden. Sie gilt zwar für private Bereiche nicht, aber dennoch empfehlen Fachleute für Fußbodentechnik die Berücksichtigung auch für private Saunen und Schwimmbäder. Zudem gibt es besondere Anforderungen an die Rutschsicherheit der Fliesen als Fußbodenbelag auf geneigten Flächen. Dabei gilt der Grundsatz, dass die rutschhemmende Wirkung der Oberflächen mit dem Neigungswinkel steigen muss.

Welche Vorteile haben Fliesen, Keramik und Betonsteinwerk gemeinsam?

Die Pluspunkte beginnen bereits bei den Gestaltungsmöglichkeiten. Keramikfliesen und Platten als Betonsteinwerk gibt es in Varianten zur Nutzung als Fußbodenbelag und zur Verwendung als Wandverkleidung. Sie eignen sich auch zur Belegung von Treppenstufen und der Stellbretter in den Stufenzwischenräumen sowie als Belag für Fensterbänke und Türschwellen. So lassen sich in Innenräumen einheitliche Optiken erzielen. Ein weiterer und sehr entscheidender Vorteil ist die einfache Reinigung. Die Nassreinigung ist wahlweise manuell als auch maschinell üblich. Keramikfliesen und Betonsteinwerk sind hitzebeständig, sodass hartnäckige Verschmutzungen bei Bedarf sogar mit einem Dampfreiniger entfernt werden können. Die einfache Reinigung und die glatten Oberflächen prädestinieren Betonsteinwerkplatten und Keramikfliesen als Bodenbelag für Wohn- und Arbeitsbereiche für Allergiker sowie für Bereiche mit allgemein erhöhten Hygieneanforderungen. Dort kommen vor allem glasierte oder mit Silanen imprägnierte Varianten zum Einsatz.

Passen Keramikfliesen, Betonsteinwerk und eine Fußbodenheizung zusammen?
Die Antwort auf diese Frage ist ein klares Ja. Betonsteinwerk hat im Gegensatz zu Porenbeton eine gute Wärmeleitfähigkeit. Das trifft genauso auf Keramikfliesen zu. Diese Materialien verteilen die Wärme gleichmäßig auf die gesamte Fußbodenfläche. Zudem sind sowohl Platten aus Betonsteinwerk als auch alle oben genannten Varianten der Fußbodenfliesen sehr hitzebeständig. Das wäre nicht einmal notwendig, weil Fußbodenheizungen durchweg im Niedertemperaturbereich (in der Regel maximal 30 Grad Celsius) arbeiten. Aufmerksamkeit ist allerdings bei der Auswahl der zu verwendenden Fliesenkleber erforderlich. Einige Arten von Fliesenkleber bringen nicht die erforderliche Flexibilität für die Nutzung zusammen mit einer Fußbodenheizung mit. Für die Verlegung der Keramikfliesen auf Trockenestrich sind nicht alle großformatigen Varianten gleichermaßen gut geeignet.

Sie können sich nicht zwischen den verschiedenen Arten von Keramikfliesen, Betonsteinwerk und anderen Systemen der Fußbodentechnik entscheiden? Unsere Fachleute helfen Ihnen mit einer individuellen Beratung gern mit ihrem Wissen bei der optimalen Auswahl der Bodenbeläge für Ihre Räume!