Bodenbeschichtungen

Bodenbeschichtungen

Estrich, Beton, Bitumen & Steinholz

Estrich, Beton, Bitumen & Steinholz

Bei der Sanierung und bei Neubauten geht der Trend zu verschiedenen Arten der Bodenbeschichtungen.

Sie haben gleich mehrere Vorteile gemeinsam. Bodenbeschichtungen mit Estrich (Fließestrich), Beton, Bitumen und Steinholz gleichen durch die Selbstnivellierung vorhandene Unebenheiten aus und bilden eine perfekt ebene und waagerechte Fläche. So wird die „kippelfreie“ Aufstellung von Mobiliar zum Kinderspiel. Ein weiterer und vor allem mit Blick auf den Schutz vor Wasserschäden entscheidender Pluspunkt entsteht durch die fugenlose Verlegung auch auf großen Flächen. Die fehlenden Fugen schalten außerdem die Stolpergefahr aus, die beispielsweise durch die Fugen zwischen Natursteinplatten und Fliesen sowie zwischen den einzelnen Laminatpaneelen und Dielenbrettern und durch die Stoßkanten bei mehreren Bahnen der Kunststoffbeläge und Korkbeläge entsteht.

Wie unterscheiden sich die einzelnen Arten der Bodenbeschichtungen?
Reine Gussasphaltböden und Bitumenböden kommen in Wohnräumen nicht zum Einsatz. Sie sind aufgrund ihres Aussehens und ihrer physikalischen Eigenschaften für Außenbereiche sowie Werkhallen und Hangars prädestiniert. Eine Ausnahme stellen halbstarre Bodenbeläge auf Bitumenbasis dar. Bei ihnen kann durch spezielle Schleiftechniken die Oberfläche von Terrazzo nachgebildet werden. Solche Varianten finden auch bei der Bestückung von Freisitzen an Gaststätten Anwendung. Die bevorzugten Versionen der Beschichtungen von Fußböden in Innenräumen sind Sichtestrich sowie Steinholz, dass sich ebenfalls zur Obergruppe der Estrichbeschichtungen zählt.

Was ist rund um die Entwicklung & Verbreitung von Steinholz wissenswert?

Die Geschichte von Steinholz in der Fußbodentechnik wäre nicht ohne den im französischen Putanges geborenen Ingenieur Louis-Amédée-Stanislas Sorel möglich gewesen. Nach ihm wurde auch der Sorelzement benannt. Er schuf Verbindungen aus Magnesiumchlorid und Magnesiumoxid, die ab dem späten 19. Jahrhundert als Bindemittel für Holzspäne oder Holzmehl zum Einsatz kamen. Diese als erste Form der fugenlosen Fußbodenbeschichtung verwendete Mischung heißt noch heute im Volksmund Steinholz Diese spezielle Variante der Estrichböden findet sich vor allem in den Bädern und Küchen von Mehrfamilienhäusern, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gebaut wurden.

Welche Vorteile und Nachteile weisen Steinholzfußböden auf?
Um eine vollständige Nässeresistenz zu erreichen, benötigt Steinholz eine versiegelnde Deckschicht. Früher wurden die Steinholzböden nach jeder Reinigung mit einer schützenden Wachsschicht versehen (Bohnerwachs). Inzwischen machen Schutzschichten mit modernen Kunststoffen die Wartung und Pflege der Steinholzböden wesentlich einfacher. Trotz der enthaltenen Holzfasern gelten Steinholzböden als schwer entflammbar, was dem Brandschutz in Wohngebäuden zugutekommt. Steinholzbeschichtungen für Fußböden weisen eine gute innere Dämpfung auf. Das heißt, sie gehören zu den Fußbodenbeschichtungen mit einer effizienten Hemmung der Übertragung von Trittschall. Zudem bringen Steinholzböden gute Werte bei der thermischen Isolierung mit. Das ist ein Vorteil und ein Nachteil zugleich. Der Vorteil besteht in einer Senkung der Heizkosten vor allem bei der Anwendung als Fußbodenbeschichtung im Erdgeschoss. Ein Nachteil resultiert aus der Tatsache, dass eine Steinholzbeschichtung genau wegen des guten Thermoschutzes für die Kombination mit einer Fußbodenheizung nicht geeignet ist.

Was ist zu anderen Estricharten als Fußböden wissenswert?
Inzwischen gibt es mehrere Typen von Estrichböden, die sich vor allem durch die Art der verwendeten Bindemittel unterscheiden. Als Fußbodenbeschichtung konnte sich vor allem die Gruppe der Sichtestriche durchsetzen. Die größte Konkurrenz hat Steinholz durch den Calciumsulfatestrich (auch Anhydritestrich genannt) bekommen. Er zeichnet sich durch sein geringes